Die Geschichte des Heißluftballons

Die aller ersten Menschen überhaupt, die sich mit einem Fluggerät in die Lüfte erhoben und auch heil auf der Erde wieder ankamen waren Jean-François Pilâtre de Rozier und François d’Arlandes. Sie waren im Jahr 1783 dazu ausersehen worden, vor den Augen des französischen Königs Ludwig XVI. im Park des Schlosses Versailles mit einem Heißluftballon zu starten. Gebaut hatten ihn die Brüder Josef und Jacques Montgolfier. Tags zuvor war ihre Konstruktion bereits schon einmal erfolgreich gestartet. Mit an Bord: Ein Hammel, eine Ente und ein Hahn.

Mit dem Experiment schien auch eine andere Frage entschieden, die Generationen von Forschern schon gespalten hatte: Muss ein taugliches Fluggerät leichter oder schwerer als Luft sein? Mit den Brüdern Montgolfier schien die Sache klar. Sie füllten ihre große Leinwandkugel mit heißer Luft. Die ist leichter als die sie umgebende kältere Luft. Allerdings unterlagen die Montgolfiers noch einem, aus heutiger Sicht, eher amüsanten Irrtum. Sie glaubten nämlich noch, dass möglichst viel Rauch in den Ballon gebracht werden müsse, weil sie Rauch für das tragende Gas hielten.

Die heutigen Montgolfieren, so ein anderer Name für Heißluftballon, werden glücklicherweise mit Gasbrennern betrieben. Auch sonst hat sich seit 240 Jahren eine Menge geändert. Statt Leinwand wurde bald Ballonseide benutzt, ein Stoff, der eigens für Ballone entwickelt und später auch für Fallschirme gebraucht wurde. Der mitgeführte Brenner und die entsprechende Anzahl von Gasflaschen sorgen dafür, dass ein Heißluftballon entschieden länger am Himmel bleibt, als jene 25 Minuten die de Rozier und d’Arlandes vergönnt waren. Auch stimmt die landläufige Meinung nicht, dass ein Heißluftballon gar nicht zu steuern ist. Erfahrene Ballonfahrer wissen, wie sie unterschiedliche Windrichtungen in unterschiedlichen Höhe ausnutzen können.

Sie können einem auch recht schlüssig erklären, warum es nahezu ausgeschlossen ist, dass ein Heißluftballon und sein Segelflugzeug miteinander kollidieren. Verblüffenderweise liegt es daran, dass sie sich am Himmeln nicht begegnen. Während Segelflieger am Boden verzweifelt auf Thermik warten, freuen sich Ballonfahrer, weil das ihr ideales Wetter ist. Deshalb sieht man Ballone am häufigsten in den Morgen- oder in der Abendstunden. Kommt dann die Thermik, ist die Stunde der Segelflieger gekommen. Für Heißluftballone kann es dagegen gefährlich werden. Eine thermische Böe könnte nämlich die heiße Luft aus der Hülle drücken.
Zwischen 3000 und 5000 Kubikmeter groß ist so ein Ballon. Die Luft in der Hülle misst rund 90 Grad während der Fahrt. Und einen imposanten Weltrekord gibt’s auch. Der Inder Vijaypat Singhania stieg mit seinem Heißluftballon auf über 21.000 Meter.